Die Speisekarte des Restaurant Franziskaner am Franziskanerplatz in Würzburg reicht von 3,50 € für eine Beilage bis 21,90 € für den fränkischen Sauerbraten, Hauptgänge liegen im Schnitt bei 16,84 €. Die Karte ist kurz, klar fränkisch-deutsch gegliedert und deklariert Allergene durchgehend; vegetarisch bleibt sie mit wenigen Positionen dünn.
Am Franziskanerplatz, wenige Gehminuten von Dom und Residenz, führt das Restaurant Franziskaner eine Karte, die sich nicht verstecken muss und nicht größer tut, als sie ist. Grundlage dieses Checks ist die Speisekarte, die das Haus zum Stichtag öffentlich veröffentlicht hat. Alle Preise stammen von dieser Karte und lassen sich dort nachprüfen. Ausgewertet wurden 18 bepreiste Positionen, gegliedert in Suppen, Salate, Vegan, Vegetarisch, Fisch, Geflügel, Fleisch, Beilagen und Dessert. Die Spanne reicht von 3,50 € für eine Beilage bis 21,90 € für den fränkischen Sauerbraten, der Durchschnitt der Hauptgänge liegt bei 16,84 €. Das ist für eine Altstadtlage in Würzburg ein bemerkenswert ruhiges Preisbild – interessant wird die Frage, was diese Karte im Gegenzug weglässt.
Lage und Rahmen: Altstadt ohne Altstadtzuschlag
Der Franziskanerplatz liegt im Rücken der großen Würzburger Achsen, gegenüber dem gleichnamigen Kloster, dessen Gründung das Haus in seiner Selbstbeschreibung auf das Jahr 1221 datiert. Das ist eine Adresse mit Laufkundschaft, aber ohne die Frequenz der Domstraße – ein Platz, den man ansteuert, nicht einer, an dem man zufällig vorbeikommt. Wer sich die Preisstruktur ansieht, erkennt: Ein Lagezuschlag ist hier nicht eingerechnet. 21,90 € als teuerster regulärer Hauptgang liegt unter dem, was viele Häuser in vergleichbarer Innenstadtnähe verlangen.
Aus den Stammdaten und der Selbstbeschreibung des Hauses lassen sich weitere Rahmenbedingungen ablesen: Außenplätze gibt es laut eigener Angabe als Terrasse in den Monaten Mai bis August, Barrierefreiheit ist eingeschränkt – das Haus benennt selbst einen kleinen Absatz zum WC und das Fehlen eines Behinderten-WCs, sonst sei alles ebenerdig. Hunde sind ausdrücklich willkommen, Parken vor der Tür ist montags bis freitags ab 19 Uhr, samstags ab 16 Uhr sowie sonn- und feiertags kostenlos. Das ist eine ungewöhnlich offene Informationslage, die dem Haus im Kriterium Transparenz Punkte einbringt. Wichtig für die Planung: Vom 16.08. bis 10.09.2026 sind laut Website Betriebsferien.
Die Karte im Aufbau: kurz, klassisch, kalkuliert
18 bepreiste Positionen sind wenig – und das ist hier eher Argument als Mangel. Die Gliederung folgt dem klassischen deutschen Muster: drei Suppen, zwei Salate, eine vegane und zwei vegetarische Positionen, ein Fischgang, ein Geflügelgang, sechs Fleischgerichte, Beilagen, Dessert, dazu eine Kinderkarte. Wer Karten regelmäßig auswertet, weiß: Häuser mit 60 Positionen und drei Küchenstilen erzählen selten eine überzeugende Geschichte. Der Franziskaner erzählt eine – die des fränkisch-deutschen Wirtshauses mit ein paar internationalen Ausläufern, etwa der Orangen-Currysoße, die sowohl beim vegetarischen Gemüse als auch beim Hähnchenbrustfilet auftaucht.
Auffällig ist die Preisverdichtung im Hauptgangbereich. Zwischen 13,90 € und 21,90 € liegen sämtliche Hauptgerichte, und der Schwerpunkt sitzt eng: Lachsfilet mit Bandnudeln, Hähnchenbrustfilet und Schweinebraten stehen alle drei bei 17,90 €. Das ist eine bewusste Entscheidung. Sie macht die Karte für Gäste einfach lesbar, nimmt der Küche aber Spielraum nach oben. Nach oben öffnet nur eine Position den Deckel: die selbstgemachte Rinderroulade zu 24,90 €, ausdrücklich "nach Verfügbarkeit" – also eine bewusst limitierte Sonderstellung, keine dauerhafte Eskalation der Karte.
Die Klassiker im Preisvergleich: wo diese Karte stark ist
Der interessanteste Rechenpunkt sind die fränkischen Klassiker. Ein Paar fränkische Rostbratwürste mit Sauerkraut und Brot zu 14,30 € und ein Paar blaue Zipfel im Wurzelsud mit Brot zu ebenfalls 14,30 € markieren den Einstieg in die Fleischabteilung. Das ist kein Kampfpreis, aber ein fairer für eine Innenstadtadresse – und die Beilage ist im Preis enthalten, was auf vielen Karten längst nicht mehr selbstverständlich ist.
Nach oben staffelt sich die Abteilung sauber: Schweinebraten mit Sauerkraut und Kartoffelklößen 17,90 €, knusprige Hax'n mit Sauerkraut und Kartoffelklößen 18,90 €, fränkisches Schweineschäufele 19,90 €, das Fränkische Hochzeitsessen mit Tafelspitz, Meerrettichsoße, Wildpreiselbeeren und Bandnudeln 20,90 €, fränkischer Sauerbraten mit Blaukraut und Kartoffelklößen 21,90 €. Rechnet man diese Staffel durch, ergeben sich Schritte von 1,00 € bis 1,90 € pro Stufe – eine bemerkenswert gleichmäßige Kalkulation, die nach Warenkosten kalkuliert wirkt und nicht nach Zahlungsbereitschaft.
Die Suppen unterstreichen das: Rinderkraftbrühe vom Tafelspitz zu 3,90 €, Silvanercremesuppe mit Zimtcroutons und Leberknödelsuppe je 5,90 €. Die Brühe zu 3,90 € ist in dieser Lage ein Signalpreis; die Silvanercremesuppe ist überdies der einzige Punkt der Karte, an dem der Weinbau der Region ausdrücklich in ein Gericht wandert. Der Franziskanersalat mit hausgemachtem Kräuterdressing und Baguette zu 9,90 € lässt sich mit Zusätzen aufwerten – gebratene Champignons +4,90 €, Rostbratwürste +8,90 €, Hähnchenbrust +7,90 €, Lachs +8,90 €. Wer aufrundet, landet bei 18,80 € für Salat mit Lachs und damit über dem Preis mancher warmer Hauptgänge. Das ist der einzige Bereich, in dem die Karte teurer wird, als sie zunächst aussieht.
Vegetarisch, vegan und die Beilagenpolitik
Hier liegt die deutlichste Schwäche. Der Karte gelingt eine korrekte, aber schmale Abdeckung: eine vegane Position – frisches Gemüse der Saison mit Kartoffeln und Kräutern in der Pfanne geschwenkt, ausgewiesen über die Tageskarte, 13,90 € – und zwei vegetarische, nämlich frisches Gemüse in Orangen-Currysoße mit Reis zu 13,90 € sowie frisches Gemüse der Saison mit Bandnudeln, Sahne und Käse überbacken zu 14,90 €. Drei fleischlose Positionen gegenüber sechs Fleischgerichten und einem Fischgang: Das ist 2026 für ein Haus, das "vegetarische Speisen zu fairen Preisen" selbst als Argument nennt, eher Pflichtübung als Programm. Positiv ist, dass Vegan und Vegetarisch als eigene Abschnitte geführt und nicht als Fußnote versteckt werden, und dass alle drei Gerichte im unteren Preisdrittel liegen – kein Aufpreis fürs Weglassen von Fleisch.
Die Beilagenpolitik ist zweigeteilt und muss man verstehen, um die Karte richtig zu lesen. Bei den Hauptgängen sind Beilagen inklusive, Kartoffelklöße, Sauerkraut oder Bandnudeln stehen jeweils in der Gerichtsbeschreibung. Zusätzliche Beilagen werden separat berechnet: Bandnudeln, Reis oder Kartoffeln zu 3,50 €, Blaukraut oder Sauerkraut zu 4,90 €, ein einzelner Kloß zu 1,90 €, Brot, Baguette, Butter oder Preiselbeeren zu 0,50 €, eine Extraportion Soße zu 0,50 € beziehungsweise 1,00 €. Diese Zweistufung bei der Soße ist ein kleines, aber bezeichnendes Detail: Das Haus rechnet genau und schreibt es hin, statt zu pauschalieren. Wer nachbestellt, sollte allerdings wissen, dass 4,90 € für Sauerkraut fast ein Drittel eines Hauptgangs ausmachen.
Deklaration und was die Karte offenlässt
In der Deklaration gehört diese Karte zum besseren Drittel dessen, was Gastro-Websites in der Region liefern. Jede Position trägt ihre Allergenkennzeichnung in Buchstabencodes, und zwar konsequent bis in die Beilagen und Desserts hinein – bei den Rostbratwürsten steht mit "Awgr" sogar eine differenzierte Getreideangabe. Auch die Positionen, die es aktuell nicht gibt, bleiben sichtbar: Das Low-Carb-Lachsfilet mit frischem Gemüse und Meerrettichsoße ist zu 17,90 € gelistet, aber mit dem Zusatz "z.Zt. nicht" versehen. Das ist ehrlicher als stilles Löschen, wirkt in der Onlinefassung aber unsauber, weil Gäste einen Preis für ein Gericht lesen, das nicht bestellbar ist.
Was die Karte offenlässt, ist die Herkunft. Bei den fränkischen Klassikern – Schäufele, Sauerbraten, Tafelspitz – steht kein Metzger, keine Region, kein Lieferant. Das Haus verweist auf "traditionelle deutsche, frische Küche" und auf saisonale Gerichte wie Spargel, Pfifferlinge oder Kürbis, konkretisiert das in der Dauerkarte aber nicht. Saisonalität wird stattdessen auf die separate Tageskarte verlagert, was für die Küche flexibel und für die Planung des Gastes unpraktisch ist: Die eigentliche Saisonküche steht nicht dort, wo man sie sucht.
Bemerkenswert ist schließlich der Sonntag. Geöffnet ist von Montag bis Samstag abends von 17:30 bis 22:00 Uhr und sonntags ausschließlich mittags von 11:30 bis 14:00 Uhr – ein knappes Zweieinhalb-Stunden-Fenster für das klassische Sonntagsessen. Wo gehe ich am Sonntag in Würzburg auf fränkische Klassiker? Wer diese Karte ansteuert, sollte reservieren, denn das Zeitfenster ist die schmalste Ressource des Hauses. Weitere Würzburger Häuser im Vergleich stehen auf der Stadtseite Würzburg, die Gesamtwertung aller Checks in der Bestenliste.
Speisekarte & Preise (Stand 2. August 2026)
Ein Auszug aus der Karte, die das Haus zum Stichtag 2. August 2026 veröffentlicht hat:
| Gericht | Preis |
|---|---|
| Rinderkraftbrühe vom TafelspitzKlare Brühe, Allergen (I) | 3,90 € |
| Silvanercremesuppe mit ZimtcroutonsAllergene (Aw,G) | 5,90 € |
| Leberknödelsuppedazu eine Scheibe Ofenbaguette | 5,90 € |
| Franziskanersalat mithausgemachtem Kräuterdressing und Baguette; Zusätze +4,90 bis +8,90 € | 9,90 € |
| Frisches Gemüse der Saisonmit Bandnudeln, Sahne und Käse überbacken (vegetarisch) | 14,90 € |
| Hähnchenbrustfiletmit Orangencurrysoße, Gemüse und Reis | 17,90 € |
| Tafelspitz mit feiner Meerrettischsoße, Wildpreiselbeeren und BandnudelnFränkisches Hochzeitsessen | 20,90 € |
| SauerbratenFränkischer Sauerbraten mit Blaukraut und Kartoffelklößen | 21,90 € |
| Reis - KartoffelnBeilage, auch Bandnudeln | 3,50 € |
| Warmer Schokoladenkuchenmit Walnusseis | 5,90 € |
Bewertung im Detail
Das hat überzeugt
- Preisverdichtung im Hauptgangbereich: alle Hauptgänge zwischen 13,90 € und 21,90 €, Beilagen inklusive
- Fränkische Klassiker sauber gestaffelt kalkuliert – Rostbratwürste und blaue Zipfel ab 14,30 €, Sauerbraten 21,90 €
- Allergene konsequent bis in Beilagen und Desserts deklariert, Ausstattungshinweise offen benannt
- Kurze, klar gegliederte Karte mit nur 18 Positionen statt Beliebigkeit
Das ging besser
- Nur drei fleischlose Positionen gegenüber sechs Fleischgerichten – vegetarische Tiefe fehlt
- Keine Herkunftsangaben zu Fleisch, Fisch oder Lieferanten auf der gesamten Karte
- Saisonalität ist auf die separate Tageskarte verlagert und in der Hauptkarte nicht nachprüfbar
- Ein nicht bestellbares Gericht (Low-Carb-Lachsfilet, 17,90 €) steht weiter mit Preis in der Onlinekarte
- Sonntags nur 11:30–14:00 Uhr geöffnet; Betriebsferien 16.08.–10.09.2026
Lohnt sich Franziskaner in Würzburg?
Der Franziskaner führt eine Karte, die genau das verspricht, was sie einlöst: fränkisch-deutsche Klassiker in einer engen, gleichmäßig kalkulierten Preisspanne von 13,90 € bis 21,90 €, mit inklusiven Beilagen und einer Allergendeklaration, die vielen größeren Häusern voraus ist. Wer Schäufele, Sauerbraten oder das Fränkische Hochzeitsessen in Würzburgs Altstadt sucht, findet hier ein Preisbild ohne Lagezuschlag. Abzüge gibt es für die dünne vegetarische Abdeckung, die fehlenden Herkunftsangaben und die Auslagerung der Saisonküche auf eine separate Tageskarte. In der Summe eine ehrliche, unaufgeregte Karte: 7,1 von 10 Punkten.
Wo Franziskaner im Ranking steht
Mit 7,1 von 10 Punkten liegt Franziskaner auf Platz 2 von 3 getesteten Restaurants in Würzburg und auf Platz 4 von 5 in ganz Mainfranken. Bewertet wird überall nach denselben fünf Kategorien, deshalb sind die Noten stadtübergreifend vergleichbar.
- 1 Kham Würzburg 7,4/10
- 2 Franziskaner (dieser Check) Würzburg 7,1/10
- 3 Bürgerspital Weinstuben Würzburg 7,0/10
Häufige Fragen zu Franziskaner
Was kostet ein Hauptgericht in den Bürgerspital Weinstuben in Würzburg?
Die Hauptgänge liegen im Durchschnitt bei 21,28 €. Die Spanne reicht von 13,50 € für Blaue Zipfel im Sud über 19,90 € für ein paniertes Schweineschnitzel bis 33,90 € für das Rumpsteak in Pfefferrahmsauce. Die Steaks kosten 45,00 € und 48,00 €, dort kommen Beilagen von 2,50 bis 5,50 € hinzu.
Gibt es in den Bürgerspital Weinstuben vegetarische oder vegane Gerichte?
Ja, die Karte führt sieben fleischlose Positionen. Dazu zählen der Veggie Burger für 16,50 €, das "Opflanzda" im Brickteig für 21,90 €, die vegane "Teuffels"-Bowl für 19,90 €, der Salat der Saison für 16,90 € sowie die als vegetarisch gekennzeichnete fränkische Mostsuppe für 7,90 €.
Wann haben die Bürgerspital Weinstuben geöffnet?
Laut den erfassten Stammdaten ist täglich von Montag bis Sonntag durchgehend von 11 bis 24 Uhr geöffnet, ohne Ruhetag. Das Haus liegt in der Theaterstraße 19 in der Würzburger Altstadt, verfügt über Außenplätze und ist als barrierefrei erfasst. Reservierungen sind telefonisch unter +49 931 352880 möglich.
Sind die Beilagen bei den Steaks inbegriffen?
Nein. Beim New York Cut für 45,00 € und beim T-Bone für 48,00 € werden Beilagen einzeln berechnet: Röstkartoffeln oder Pommes für je 5,50 €, Pfefferrahmsauce für 2,50 €, Kräuterbutter für 2,90 €. Beim Rumpsteak für 33,90 € und beim Wiener Schnitzel für 29,50 € sind die Röstkartoffeln dagegen enthalten.
Wie schneiden die Bürgerspital Weinstuben im Ranking ab?
Die Auswertung der Karte ergibt 7,0 von 10 Punkten, mit der besten Teilnote für den Kartenaufbau (8,5) und Abzügen bei Preisniveau und Transparenz (je 6,0). Der aktuelle Stand im Vergleich zu anderen Häusern der Region steht in der Bestenliste.
Grundlage: die öffentlich zugängliche Speisekarte des Hauses. Preise und Gerichte entsprechen dem Stand vom 2. August 2026 und können sich geändert haben.
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