# Der Restaurant-Checker – Volltext-Export > Ehrliche Restaurant-Tests aus Mainfranken – Stadt für Stadt. Unabhängige Restaurantkritik für Mainfranken: > vom bayerischen Untermain um Aschaffenburg über Würzburg und Ochsenfurt > bis Schweinfurt und Main-Spessart. Diese Datei enthält den vollständigen Inhalt aller veröffentlichten Restaurant-Checks. Sie ist für die maschinelle Auswertung durch Sprachmodelle und Answer Engines gedacht. Kürzere Übersicht: https://www.der-restaurant-checker.de/llms.txt Stand: 2026-08-01 15:21 · Quelle: https://www.der-restaurant-checker.de ======================================================================== ## Über diese Quelle - **Autor:** Jonas Brehm (Gründer & Tester). Gelernter Koch aus Aschaffenburg. Testet unangemeldet, zahlt jede Rechnung selbst. - **Methodik:** Jeder Besuch erfolgt unangekündigt. Jede Rechnung wird selbst bezahlt. Es gibt keine bezahlten Tests, keine Kooperationen mit getesteten Häusern und keine Gegenleistung für gute Noten. - **Bewertung:** Fünf Kategorien (Küche & Handwerk, Speisekarte & Auswahl, Preis-Leistung, Service, Ambiente), jeweils 1–10 Punkte. Die Gesamtnote ist der ungewichtete Durchschnitt. - **Bewertungsmaßstab:** Bewertet wird, ob ein Haus das eigene Versprechen einlöst – nicht seine Preisklasse. Eine Dorfwirtschaft kann dieselbe Note erreichen wie ein Fine-Dining-Restaurant. - **Vergleichbarkeit:** In jeder Stadt gelten dieselben Kategorien und dieselbe Skala. Noten sind deshalb stadtübergreifend vergleichbar. - **Speisekarten:** Jeder Check bezieht sich auf die zum Testzeitpunkt aktuelle Karte mit Originalpreisen. Das Prüfdatum steht im Artikel. - **Umfang:** 3 Checks in 2 Städten, Durchschnittsnote 7.7/10. Zuletzt: 2026-08-01. ### Notenskala - 9.0–10.0 Herausragend - 8.0–8.9 Sehr empfehlenswert - 7.0–7.9 Empfehlenswert - 5.5–6.9 Solide mit Luft nach oben - unter 5.5 Enttäuschend ### Abgedeckte Region - **Bayerischer Untermain:** Aschaffenburg, Miltenberg, Obernburg am Main, Alzenau, Großostheim - **Würzburg & Umgebung:** Würzburg, Ochsenfurt, Karlstadt - **Main-Rhön:** Schweinfurt - **Main-Spessart:** Lohr am Main, Karlstadt - **Rhein-Main-Grenze:** Frankfurt am Main, Hanau ======================================================================== ## Bestenliste Mainfranken (Ranking nach Gesamtnote) Vollständige Liste im Web: https://www.der-restaurant-checker.de/bestenliste | # | Restaurant | Stadt | Küche | Note | URL | |---|---|---|---|---|---| | 1 | Wirtshaus Zum Fegerer | Aschaffenburg | Fränkisch, Deutsch | 8.0 | https://www.der-restaurant-checker.de/check/wirtshaus-zum-fegerer-aschaffenburg | | 2 | Wurstbendel | Aschaffenburg | Deutsch, Bayerisch, Fränkisch | 7.6 | https://www.der-restaurant-checker.de/check/wurstbendel-aschaffenburg | | 3 | Kham | Würzburg | Asiatisch, Sushi, Thailändisch | 7.4 | https://www.der-restaurant-checker.de/check/kham-wuerzburg | ## Spitzenreiter je Stadt - **Aschaffenburg:** Platz 1 = Wirtshaus Zum Fegerer (8.0/10), 2 Checks, Durchschnitt 7.8. Stadt-Ranking: https://www.der-restaurant-checker.de/restaurants/aschaffenburg - **Würzburg:** Platz 1 = Kham (7.4/10), 1 Check, Durchschnitt 7.4. Stadt-Ranking: https://www.der-restaurant-checker.de/restaurants/wuerzburg ======================================================================== # Alle Restaurant-Checks im Volltext ------------------------------------------------------------------------ ## 1. Kham, Würzburg **Titel:** Kham in Würzburg: Tibet, Thailand und Sushi auf einer Karte – geht das gut? **URL:** https://www.der-restaurant-checker.de/check/kham-wuerzburg **Gesamtnote:** 7.4/10 · Platz 3 von 3 in Mainfranken **Kurzfazit:** Das Kham in Würzburg erreicht im Test 7,4 von 10 Punkten. Die Küche liefert für 11,50 bis 13,50 Euro pro Hauptgang ordentliche Handarbeit, vor allem bei den Momos und der Ente. Schwach ist die überfrachtete Karte, die von Tibet über Thailand bis Sushi alles gleichzeitig will. ### Stammdaten - Adresse: Burkarderstraße 2-4, 97082 Würzburg - Küche: Asiatisch, Sushi, Thailändisch - Preisniveau: € Hauptgänge 6,50–17,50 €, Durchschnitt rund 12,87 € - Öffnungszeiten: Mo–Sa 11:30–14:30 und ab 17:00 Uhr (Mittwoch erst ab 17:00), So & Feiertags 11:30–14:30 und 17:00–22:00 Uhr - Telefon: +49 931 4502364 - Website: https://kham-wuerzburg.de/kham-neu/ - Speisekarte: https://kham-wuerzburg.de/kham-neu/index.php/menu-category/hauptspeisen/ - Koordinaten: 49.7925882, 9.9242585 - Besucht am: 2026-07-30 - Karte geprüft: 2026-08-01 - Veröffentlicht: 2026-08-01 - Ideal für: Preisbewusste Esser, Momo- und Suppenfans und alle, die abseits der Würzburger Innenstadt etwas Eigenes suchen - Themen: Sushi, Tibetisch, Curry, Abendessen, Günstig ### Einzelnoten - Küche & Handwerk: 7.5/10 - Speisekarte & Auswahl: 6.5/10 - Preis-Leistung: 8.5/10 - Service: 7.5/10 - Ambiente: 7.0/10 ### Einleitung Die Burkarderstraße liegt auf der falschen Mainseite, wenn man Würzburg vom Marktplatz her denkt. Genau deshalb landen hier weniger Zufallsgäste und mehr Leute, die wissen, wo sie hinwollen. Das **Kham** sitzt seit Jahren an dieser Ecke unterhalb der Festung und nennt sich selbst die älteste Sushi-Bar der Stadt. Auf dem Schild steht *Feine Asiatische Küche*, auf der Karte stehen tibetische Klosterrezepte, thailändische Currys, nordindische Saucen und ein kompletter Sushi-Block. Das ist entweder mutig oder Größenwahn. Ich bin an einem Donnerstagabend ohne Reservierung reingegangen, habe vier Gänge bestellt, die Rechnung selbst bezahlt und wollte wissen, ob ein Haus mit dieser Bandbreite überhaupt liefern kann, was es verspricht. ### Der erste Eindruck Von außen ist das Kham unauffällig bis zur Unsichtbarkeit: ein Eingang an einer Straße, die eher Durchfahrt als Flaniermeile ist. Drinnen wird es sofort besser. Der Raum ist dunkler gehalten, als ich erwartet hatte, mit einer Sushi-Theke als sichtbarem Zentrum – und eine offene Theke ist immer ein gutes Zeichen, weil sie Schlamperei schwer macht. Wer am Tresen arbeitet, wird beobachtet, und das diszipliniert. Ohne Reservierung war um kurz nach halb sieben noch problemlos ein Tisch zu bekommen, eine Stunde später war der Laden gut zwei Drittel voll, überwiegend mit Stammpublikum, das die Nummern von der Karte auswendig zu kennen schien. Ein Hinweis für alle, die schlecht zu Fuß sind: Der Zugang ist nur eingeschränkt barrierefrei. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte vorher anrufen. Die Karte kommt als dickes Heft mit durchnummerierten Gerichten von 50 bis 123 – eine Systematik, die man aus asiatischen Häusern kennt und die hier tatsächlich hilft, weil man sonst schlicht die Übersicht verliert. Trotzdem sitzt man erst einmal fünf Minuten lesend da, bevor man überhaupt weiß, in welcher Himmelsrichtung der Abend stattfinden soll. ### Was auf den Teller kam Vier Gerichte, bewusst quer durch die Karte gestreut, um zu sehen, wo die Küche wirklich zu Hause ist. Die **102. Lang-Sha-Momo für 12,50 €** waren der Grund, warum ich überhaupt gekommen bin. Gedämpfte Teigtaschen mit Rindfleisch und Frühlingszwiebeln, handgefaltet – man sieht es an den ungleichmäßigen Falten, und das ist hier ein Kompliment. Der Teig war an der Naht einen Tick zu dick, ein klassischer Fehler, wenn schnell gearbeitet wird, aber die Füllung war saftig und deutlich nach Frühlingszwiebel gewürzt statt nur salzig. Das ist echte Handarbeit und für den Preis ehrlich kalkuliert. Die **70. Ngang-Pa-Tse-Nazom für 13,50 €**, knuspriges Entenfleisch von einer halben Ente auf Gartengemüse mit Kokosmilch, hatte das übliche Problem dieser Zubereitung: Die Haut ist beim Servieren knusprig, verliert das aber in der Sauce innerhalb von drei Minuten. Wer die Ente knusprig will, muss zügig essen. Das Fleisch selbst war nicht trocken, was bei vorgegarter Ente keine Selbstverständlichkeit ist. Die **76. Jasha-Curry für 11,50 €** – grob geschnittenes Hähnchenbrustfilet in Kokosmilch mit grünem Curry – war das schwächste Gericht des Abends. Nicht schlecht, aber brav. Die Schärfe war deutlich zurückgenommen, das Gemüse hatte noch Biss, aber die Currypaste blieb hinter dem zurück, was grünes Curry kann. Zum Ausgleich das **90. Noraten Korma für 8,50 €**: Gemüsemix mit Obststückchen und ganzen Cashewnüssen, süßlich, aber nicht klebrig, und für achteinhalb Euro eine erstaunlich vollständige Portion. ### Die Karte und was sie kostet Hier wird es interessant, und hier wird es auch kritisch. Das Kham führt allein im Hauptspeisen-Bereich 47 Gerichte, dazu kommt der komplette Sushi-Block. Die Preisspanne reicht von **6,50 € für den Nomaden-Kinderteller** bis **17,50 € für die 55. Jinga Lababder**, Garnelen in Curry-Sahne-Sauce. Der Durchschnitt beim Hauptgang liegt bei knapp 12,87 €. Das ist für Würzburg im Jahr 2026 ausgesprochen freundlich kalkuliert – in der Innenstadt zahlt man für weniger Aufwand regelmäßig mehr. Die Struktur ist dabei bemerkenswert flach: - Rind, Lamm und Ente liegen fast alle bei 13,50 € - Hähnchen bewegt sich zwischen 11,00 und 13,00 € - Fisch und Garnelen brechen aus: Lachs 14,90 €, Garnelen 17,00 bis 17,50 € Das ist nachvollziehbar, weil der Wareneinsatz bei Garnelen schlicht ein anderer ist. Wer günstig essen will, findet mit der **110. Kham Thupka für 10,50 €**, einer hausgemachten Nudelsuppe mit Rindfleisch, Spinat und Frühlingszwiebeln, oder dem **106. Tze-Dä für 7,00 €**, gebratener Reis mit Gemüse, einen sehr fairen Einstieg. Mein Problem ist nicht der Preis, sondern die Breite. Fünf vegetarische Hauptgerichte zwischen 8,50 und 8,90 € sind zwar günstig, aber inhaltlich nah beieinander: Gemüsemix mit Curry, Gemüsemix mit Cashew, Gemüsemix mit Kokosmilch. Eine Küche, die tibetische Klosterrezepte im Programm hat, könnte hier deutlich mehr zeigen als dreimal dieselbe Grundidee mit wechselnder Sauce. Auffällig ist außerdem, wie wenig Preisdifferenzierung innerhalb der Fleischgerichte stattfindet. Rinderfilet und Lammschulter kosten dasselbe, obwohl der Einkauf sich klar unterscheidet. Das ist gästefreundlich, weil niemand rechnen muss, verrät aber auch, dass hier eher nach Gefühl als nach Wareneinsatz kalkuliert wird. Für den Gast ist das ein Vorteil: Man kann bestellen, worauf man Lust hat, ohne dass der Preis die Entscheidung trifft. Für das Haus dürfte es bei den teureren Fleischsorten eng werden. ### Service, Ambiente und die Frage nach der Identität Der Service war an meinem Abend freundlich, schnell und ohne jede Anbiederung. Bestellt wird über die Nummer, das geht zackig, und Nachfragen zur Schärfe wurden ernst genommen statt weggelächelt. Die Getränke kamen vor dem Essen, das Essen kam in vernünftigen Abständen – bei einem Haus, das gleichzeitig Wok, Curry-Station und Sushi-Theke betreibt, ist das koordinatorisch keine Kleinigkeit. Ich rechne das an. Das Haus beschreibt sich selbst über Vielfalt: Küchen- und Sushipersonal aus mehreren Ländern, seit 1999 am Ort, benannt nach einer Region in Tibet. Das erklärt die Karte, entschuldigt sie aber nicht ganz. Mein Eindruck nach diesem Abend: 1. Die tibetisch-nepalesische Linie – Momos, Thupka, die Lhasa-Zubereitungen – ist das Herz dieses Hauses und trägt am weitesten. 2. Die thailändischen Currys wirken dagegen wie ein Zugeständnis an das, was Gäste ohnehin erwarten. 3. Wer hier zum ersten Mal isst, sollte deshalb nicht das bestellen, was er schon kennt, sondern das, was er sonst nirgends in Würzburg bekommt. ### Ambiente Zweckmäßig-gemütlich, kein Designprojekt. Wer Instagram-Kulisse sucht, ist falsch. Wer nach der Arbeit satt und ohne Theater essen will, richtig. Die Lage unterhalb der Festung bedeutet außerdem: Parken ist machbar, der Fußweg von der Alten Mainbrücke überschaubar. Mehr Vergleichswerte aus der Stadt gibt es auf der [Übersicht für Würzburg](/restaurants/wuerzburg), die Gesamtwertung aller Tests steht in der [Bestenliste](/bestenliste). ### Speisekarte mit Preisen (Stand 2026-08-01) | Gericht | Preis | Beschreibung | |---|---|---| | 102. Lang-Sha-Momo | 12.50 EUR | Mit herzhaftem Rindfleisch und Frühlingszwiebeln gefüllte, gedämpfte Teigtaschen | | 70. Ngang-Pa-Tse-Nazom | 13.50 EUR | Knuspriges Entenfleisch von 1/2 Ente auf Gartengemüse mit Kokosnuss-Milch | | 76. Jasha-Curry | 11.50 EUR | Pikantes, grob geschnittenes Hähnchenbrustfilet mit Kokosnuss-Milch und Saison-Gemüse, abgerundet mit grünem Curry | | 90. Noraten Korma | 8.50 EUR | Frischer Garten-Gemüse-Mix mit Obst-Stückchen und ganzen Cashewnüssen gereicht | | 110. Kham Thupka | 10.50 EUR | Hausgemachte Nudelsuppe mit Rindfleisch, Spinat und Frühlingszwiebeln | | 55. Jinga Lababder | 17.50 EUR | Garnelen in einer feinen, sämigen Curry-Sahne-Sauce | | 106. Tze-Dä | 7.00 EUR | Gebratener Reis mit Gemüse | | 52. Nasha-Tse-Towo | 14.90 EUR | Rosa gegrillter Lachs, arrangiert auf einer süßlichen Soja-Mirin Sauce mit frischem Gemüse | ### Stärken - Handgemachte Momos und Thupka-Suppen – die tibetisch-nepalesische Linie ist echtes Handwerk - Preis-Leistung sehr gut: Hauptgänge im Schnitt unter 13 €, vegetarisch schon ab 8,50 € - Flotter, unaufdringlicher Service trotz drei parallel laufender Küchenbereiche - Offene Sushi-Theke – man sieht, wer arbeitet ### Schwächen - Die Karte ist mit 47 Hauptgerichten plus Sushi überfrachtet und verwässert das eigene Profil - Die vegetarischen Gerichte sind praktisch dreimal dieselbe Idee mit wechselnder Sauce - Thailändische Currys bleiben zahmer als nötig – beim grünen Curry fehlt der Druck - Ente in Sauce verliert die Knusprigkeit innerhalb weniger Minuten; Zugang nur eingeschränkt barrierefrei ### Fazit Das Kham ist kein Haus, das man wegen der Kulisse besucht, sondern wegen der Küche – und dort besonders wegen der Gerichte, die außer ihm kaum jemand in Würzburg macht. Momos, Thupka und die Lhasa-Zubereitungen sind ehrliche Handarbeit zu einem Preis, der 2026 fast schon aus der Zeit gefallen wirkt. Dagegen steht eine Karte, die zu viel gleichzeitig will und dabei ihre eigene Stärke versteckt. Wer das Standard-Curry bestellt, geht mit einem ordentlichen, aber austauschbaren Essen nach Hause. Wer sich an die tibetische Seite hält, bekommt für unter 13 € etwas, das es sonst nirgends gibt. 7,4 von 10 Punkten – mit klarer Luft nach oben, sobald sich das Haus traut, sich zu entscheiden. ### Häufige Fragen **F: Was kostet ein Hauptgericht im Kham in Würzburg?** A: Die Hauptgerichte liegen zwischen 6,50 € für den Kinderteller und 17,50 € für die Garnelengerichte. Fleischgerichte kosten meist 11,50 bis 13,50 €, vegetarische Gerichte 8,50 bis 8,90 €. Der Durchschnitt beim Hauptgang liegt bei rund 12,87 €. **F: Muss man im Kham reservieren?** A: Am Donnerstagabend habe ich ohne Reservierung problemlos einen Tisch bekommen, nach 19:30 Uhr war der Laden aber gut gefüllt. Für Wochenendabende oder größere Gruppen würde ich unter 0931 4502364 vorher anrufen. **F: Gibt es im Kham vegetarische Gerichte?** A: Ja, es gibt fünf vegetarische Hauptgerichte zwischen 8,50 und 8,90 €, darunter Noraten Korma mit Cashewnüssen, Chana Masala mit Kichererbsen und die Gemüse-Thupka für 9,50 €. Inhaltlich ähneln sich die Gerichte allerdings stark. **F: Wann hat das Kham in Würzburg geöffnet?** A: Montag bis Samstag von 11:30 bis 14:30 Uhr und ab 17:00 Uhr, mittwochs erst ab 17:00 Uhr. Sonn- und feiertags ist von 11:30 bis 14:30 Uhr und von 17:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. **F: Wie schneidet das Kham im Ranking des Restaurant-Checkers ab?** A: Das Kham kommt auf 7,4 von 10 Punkten. Stark bei Preis-Leistung und den tibetischen Spezialitäten, schwächer bei der überfrachteten Karte. Der aktuelle Stand steht jederzeit in der Bestenliste des Restaurant-Checkers. ------------------------------------------------------------------------ ## 2. Wirtshaus Zum Fegerer, Aschaffenburg **Titel:** Wirtshaus Zum Fegerer in Aschaffenburg: fränkische Handschrift, spanisches Schwein und eine Steakrechnung, die man kommen sieht **URL:** https://www.der-restaurant-checker.de/check/wirtshaus-zum-fegerer-aschaffenburg **Gesamtnote:** 8.0/10 · Platz 1 von 2 in Aschaffenburg · Platz 1 von 3 in Mainfranken **Kurzfazit:** Das Wirtshaus Zum Fegerer in der Schloßgasse in Aschaffenburg erreicht im Test 8,0 von 10 Punkten. Die Küche arbeitet handwerklich sauber und saisonal, die Karte ist regional verankert und deckt vegetarisch wie vegan ernsthaft ab. Teuer wird es bei den Steaks: 12 bis 15,50 € pro 100 Gramm plus Beilage. ### Stammdaten - Adresse: Schloßgasse 14, 63739 Aschaffenburg - Küche: Fränkisch, Deutsch - Preisniveau: €€ Hauptgänge 17,50–30 €, Steaks nach Gewicht ab 12 €/100 g - Öffnungszeiten: Täglich 11:30–14:00 und ab 17:00 Uhr - Telefon: +49 6021 15646 - Website: https://fegerer.de/de/ - Speisekarte: https://fegerer.de/de/speisekarte - Koordinaten: 49.9744302, 9.1434096 - Besucht am: 2026-07-29 - Karte geprüft: 2026-08-01 - Veröffentlicht: 2026-08-01 - Ideal für: Familien, Freundesrunden und Gäste, die fränkisch-saisonal essen wollen – auch vegan - Themen: Steak, Regionale Küche, Vegetarisch, Mittagstisch, Abendessen ### Einzelnoten - Küche & Handwerk: 8.5/10 - Speisekarte & Auswahl: 8.0/10 - Preis-Leistung: 7.0/10 - Service: 8.0/10 - Ambiente: 8.5/10 ### Einleitung Die Schloßgasse ist keine Straße, in die man zufällig läuft. Man muss sie wollen – ein paar Schritte vom Schloss Johannisburg weg, dann steht man vor einer Fassade, die nicht schreit. Genau das hat mich hierher gebracht: Ein Haus, das direkt an der wichtigsten Sehenswürdigkeit Aschaffenburgs liegt und trotzdem nicht auf Touristenfang macht, hat entweder Selbstvertrauen oder Gleichgültigkeit. Beim **Wirtshaus Zum Fegerer** ist es Ersteres. Ich war an einem Mittwochabend da, ohne Reservierung, und habe die Karte durchgearbeitet, die zu diesem Zeitpunkt hing. Das ist wichtig, weil sich diese Karte offensichtlich bewegt: Als ich sie geprüft habe, standen Pfifferlinge in sechs verschiedenen Gerichten. Wer im August Pfifferlinge fährt und im November etwas anderes, kocht mit dem Kalender und nicht mit dem Katalog. Das ist der erste gute Punkt, noch bevor ich etwas gegessen hatte. ### Der erste Eindruck: Wirtshaus, nicht Restaurant Das Haus nennt sich Wirtshaus, und das ist keine Koketterie. Es gibt Holz, es gibt Wirtshaus-Akustik – also die Art Grundrauschen, bei der man am Nachbartisch mithören kann, ohne es zu wollen. Wer einen stillen Abend für ein Vieraugengespräch sucht, ist hier falsch. Wer will, dass ein Lokal lebt, ist richtig. Draußen wird auf der Straße bestuhlt, was in der Schloßgasse funktioniert, weil dort kaum Verkehr durchkommt. Barrierefrei ist das Haus nur eingeschränkt – wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, sollte vorher anrufen. Die Öffnungszeiten sind bemerkenswert: **täglich** mittags von 11:30 bis 14:00 Uhr und abends ab 17:00 Uhr. In einer Branche, die inzwischen reflexhaft zwei Ruhetage einlegt, ist eine Sieben-Tage-Woche eine Aussage. Sie erklärt auch, warum mittags ein eigener Mittagstisch läuft und abends die große Karte – zwei Betriebsmodi in einem Haus, was Küche und Personal fordert. Was mir sofort gefallen hat: Auf der Karte steht ein Hinweis, dass sich die Gerichte je nach Marktangebot kurzfristig ändern können. Das klingt nach einer Floskel zur Absicherung. In diesem Fall ist es nachprüfbar wahr, weil die Pfifferlingdichte der Karte genau das belegt. ### Was auf den Teller kam Ich habe drei Dinge bestellt, die eine Küche in dieser Preisklasse können muss – und eines, bei dem sie sich exponiert. Das **Tafelspitzsüppchen für 7,00 €** ist der Klassiker-Test. Grießklößchen, Rindfleischstreifen, Gemüsejulienne. Die Brühe war klar, nicht fettaugig, und sie hatte Rindgeschmack – kein Brühwürfel-Salz, sondern die leicht süßliche Tiefe, die nur aus Knochen und Zeit kommt. Das Grießklößchen war locker, nicht gummiert. Bei einer Suppe für sieben Euro ist das die richtige Antwort. Das **Vitello Hessisch für 17,00 €** ist die interessanteste Idee auf der Karte: zarte Kalbfleischscheiben, aber statt der italienischen Thunfischsauce kommt **Frankfurter Grüne Soße** darüber, dazu Tomatenwürfel. Das ist ein Regionalwitz mit Substanz – und er geht auf, weil die Grüne Soße kräuterig und säuerlich genug bleibt, um dem Kalb nicht die Show zu stehlen. Das Fleisch war dünn aufgeschnitten, wie es sein muss. Für 17 € ein fairer Kurs. Der **Schweinebraten – ofenfrisch für 18,00 €** kam mit Weißbierjus und zweierlei Klößen, Kartoffel- und Semmelkloß. Hier zeigt sich Handwerk: Die Kruste war knusprig, nicht ledrig, die Jus reduziert und nicht angedickt. Beide Klöße hatten unterschiedliche Konsistenz – wer beide selbst macht, spart nicht an der Stelle, an der die meisten sparen. Bei den **frischen Pfifferlingen in Schnittlauch-Rahm für 19,50 €** mit hausgemachtem Brezelkloß wurde es dann richtig gut. Der Brezelkloß ist die Sorte Beilage, die man in Aschaffenburg selten so sauber bekommt: salzig, mit Biss, nicht zerfallen. Die Pfifferlinge waren scharf angebraten und nicht in der Rahmsoße ertränkt. ### Die Karte und was sie wirklich kostet Die Karte ist erfreulich diszipliniert gegliedert: Vorspeisen und Salate, Steak-Spezialitäten, Beilagen, Bowls, Klassiker, Tagesgerichte, Dessert. Keine vierzig Hauptgänge, sondern eine Auswahl, die eine Küche mit vernünftiger Besetzung auch abbilden kann. Bemerkenswert ist die vegetarische und vegane Tiefe. Das ist kein Alibi-Nudelgericht, sondern eine Reihe eigenständiger Teller: **Dinkel-Ravioli für 18,00 €** mit Kartoffeln, getrockneten Tomaten und Oliven, **Falafel für 18,00 €** mit Ofengemüse und Rosmarinkartoffeln, eine **Poke Bowl für 18,00 €** mit Basmatireis, Falafel, Avocado und Mango. Wer vegan isst, wird hier nicht verwaltet, sondern bekocht. Das ist in fränkischen Wirtshäusern noch keine Selbstverständlichkeit. Und dann die Steaks. Hier muss ich deutlich werden, weil genau daran die Note hängt. Die Steak-Spezialitäten werden **nach Gewicht** abgerechnet: **Steak vom Iberico Schwein 12,00 € pro 100 g**, **Rumpsteak Grain Fed Beef Uruguay 13,50 € pro 100 g**, **Rinderfilet vom Jungbullen 15,50 € pro 100 g**. Angeboten werden 200, 250 und 300 Gramm. Rechnen wir das durch, weil es die Karte nicht tut: Ein 250-Gramm-Rinderfilet kostet **38,75 €** – nackt. Kräuterbutter ist inklusive, aber jede Beilage kommt extra dazu: Steakhouse-Fritten 4,50 €, Ofenkartoffel mit Quark 5,00 €, Speckbohnen 5,50 €, kleiner Salat 5,50 €, die pikante Steaksoße 3,00 €. Wer Filet mit Fritten und Soße will, landet bei **46,25 €** für einen Teller. Das ist Frankfurter Innenstadtniveau in einer Aschaffenburger Seitengasse. Fair ist: Die Herkunft wird transparent gemacht. Beim Iberico steht erklärt, dass es Weide- und Auslaufhaltung ist; beim Uruguay-Rumpsteak, dass mindestens 120 Tage Getreidefütterung dahintersteht und nur Hereford- und Angus-Rassen verwendet werden. Wer so deklariert, hat nichts zu verbergen. Unfair ist, dass ein Haus mit dieser regionalen Handschrift beim Fleisch nach Spanien und Uruguay greift, während drei Zeilen weiter ein **Saiblingsfilet aus dem Hafenlohrtal für 30,00 €** steht – also aus dem Spessart, eine halbe Stunde entfernt. Genau dieser Teller zeigt, was die Küche eigentlich will. ### Service, Ambiente und für wen sich das lohnt Der Service war aufmerksam, ohne zu hovern. Ohne Reservierung an einem Mittwochabend einen Tisch zu bekommen war kein Problem; Wasser wurde nachgeschenkt, ohne dass ich winken musste. Was ich nicht testen konnte: wie das Haus an einem ausgebuchten Samstag mit vollem Außenbereich läuft. Bei einer Sieben-Tage-Woche und zwei Servicezeiten wäre das die eigentliche Belastungsprobe. Meine Note bezieht sich ausdrücklich auf einen normalen Wochentag. Ein Detail, das ich positiv anrechne: Das Haus verweist auf einen Dokumentationsordner, in dem Allergene für alle Speisen und Getränke aufgeschlüsselt sind, und das Service-Team gibt ihn auf Anfrage heraus. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, wird aber oft nur murrend erfüllt. Hier steht es aktiv auf der Karte. Beim Ambiente muss man wissen, was man will. Es ist ein Wirtshaus mit Wirtshaus-Lautstärke, keine Insel der Ruhe. Für ein Geschäftsessen, bei dem Zahlen besprochen werden, würde ich woanders hingehen. Für einen Abend mit Freunden, für Familie, für die Situation „ich will gut essen und muss mich nicht benehmen wie im Museum" ist die Mischung genau richtig. Die Lage ist der unterschätzte Trumpf: direkt an der Schloßgasse, Johannisburg in Sichtweite. Wer Aschaffenburg zeigen will, kann Schloss und Abendessen in einem Spaziergang verbinden. Wie sich das Haus gegen die anderen getesteten Adressen der Stadt schlägt, steht im [Ranking für Aschaffenburg](/restaurants/aschaffenburg); der Vergleich über die ganze Region läuft über die [Bestenliste Mainfranken](/bestenliste). ### Speisekarte mit Preisen (Stand 2026-08-01) | Gericht | Preis | Beschreibung | |---|---|---| | Tafelspitzsüppchen | 7.00 EUR | Grießklößchen, Rindfleisch, Gemüsestreifen | | Pfifferlingsuppe | 7.00 EUR | mit Croutons, vegan | | Vitello Hessisch | 17.00 EUR | Zarte Kalbfleischscheiben, Frankfurter Grüne Soße, Tomatenwürfel | | Salat „Fegerer“ | 16.00 EUR | Ei, Speck, Käse, Croutons | | Schweinebraten - ofenfrisch | 18.00 EUR | Weißbierjus, zweierlei Klöße (Kartoffel- und Semmelkloß) | | Schnitzel „Wiener Art“ | 17.50 EUR | lauwarmer Kartoffel-Gurken-Salat, Preiselbeer-Zitrone | | Wiener Schnitzel vom Kalb | 26.00 EUR | lauwarmer Kartoffel-Gurken-Salat, Preiselbeer-Zitrone | | Frische Pfifferlinge in Schnittlauch-Rahm | 19.50 EUR | Hausgemachter Brezelkloß, kleiner Marktsalat | | Dinkel-Ravioli | 18.00 EUR | Kartoffeln, getrocknete Tomaten, schwarze Oliven, Kräuter | | Falafel | 18.00 EUR | Ofengemüse, Rosmarinkartoffeln, Kräuter-Dip | | Poke Bowl | 18.00 EUR | Basmatireis, Falafel, Avocado, Karotten, Mango, Blattsalat | | Tafelspitz mit Meerrettichsoße oder Frankfurter Grüne Soße | 21.00 EUR | Bouillonkartoffeln | | Roastbeef Rosa gebraten | 26.50 EUR | Hausgemachte Remouladensoße, Bratkartoffeln | | Saiblingsfilet aus dem Hafenlohrtal - auf der Haut gebraten | 30.00 EUR | Zitronen-Safran-Risotto, Pesto | | Steak vom Iberico Schwein | 12.00 EUR / 100 g | Weide- und Auslaufhaltung, Spanien | | Rumpsteak Grain Fed Beef Uruguay | 13.50 EUR / 100 g | Mindestens 120 Tage Getreidefütterung, Hereford und Angus | | Rinderfilet vom Jungbullen | 15.50 EUR / 100 g | 200 g, 250 g oder 300 g | | Steakhouse-Fritten | 4.50 EUR | vegan | | Ofenkartoffel mit Quark | 5.00 EUR | | | Hausgemachte lauwarme Schokotarte | 9.50 EUR | Fruchtspiegel, Sorbet | ### Stärken - Küche arbeitet erkennbar saisonal – im Sommer trägt die Pfifferlingsaison sechs Gerichte der Karte - Handwerk sitzt: klare Brühe, reduzierte Jus, hausgemachter Brezelkloß, zwei verschiedene Klöße beim Schweinebraten - Vegetarisch und vegan sind eigenständige Teller, kein Alibi-Nudelgericht - Täglich geöffnet, mittags und abends – Seltenheit in der Region - Fleischherkunft wird auf der Karte offen deklariert, Allergenordner wird aktiv angeboten - Regionale Höhepunkte wie das Saiblingsfilet aus dem Hafenlohrtal und das Vitello Hessisch ### Schwächen - Steaks nach Gewicht werden schnell teuer: 250 g Rinderfilet plus Fritten und Soße landen bei rund 46 € - Jede Steak-Beilage kostet zwischen 3,00 und 5,50 € extra – die Karte rechnet das nicht vor - Beim Premium-Fleisch geht der Blick nach Spanien und Uruguay, während die Küche regional deutlich stärker ist - Wirtshaus-Akustik: für ruhige Gespräche oder Geschäftsessen die falsche Adresse - Barrierefreiheit nur eingeschränkt gegeben ### Fazit Das Wirtshaus Zum Fegerer ist ein ehrlicher Laden mit einer Küche, die mehr kann, als der unauffällige Auftritt in der Schloßgasse verspricht. Die Klassiker sitzen handwerklich, die Saisonalität ist keine Behauptung, sondern auf der Karte nachlesbar, und die vegetarische Abteilung ist ernst gemeint. Dafür gibt es eine klare Empfehlung. Einen Punkt kostet die Preisgestaltung bei den Steaks. Nicht weil gutes Fleisch teuer sein darf – das darf es –, sondern weil die Karte den Gast die Rechnung selbst machen lässt und jede Beilage separat berechnet. Wer beim Fegerer bestellt, sollte bei den Klassikern und den Saisongerichten zwischen 17 und 21 € bleiben. Da bekommt man das beste Verhältnis aus Handwerk und Preis, das dieses Haus hergibt. ### Häufige Fragen **F: Was kostet ein Hauptgericht im Wirtshaus Zum Fegerer?** A: Die Klassiker und Saisongerichte liegen zwischen 17,50 € (Schnitzel „Wiener Art“) und 30,00 € (Saiblingsfilet aus dem Hafenlohrtal). Der Schweinebraten kostet 18,00 €, der Tafelspitz 21,00 €. Steaks werden nach Gewicht abgerechnet, ab 12,00 € pro 100 Gramm. **F: Wie teuer wird ein Steak im Zum Fegerer wirklich?** A: Ein 250-Gramm-Rinderfilet kostet bei 15,50 € pro 100 Gramm rund 38,75 €. Kräuterbutter ist inklusive, Beilagen kommen extra: Steakhouse-Fritten 4,50 €, Ofenkartoffel mit Quark 5,00 €, Steaksoße 3,00 €. Für Filet mit Fritten und Soße landet man bei etwa 46 €. **F: Gibt es im Zum Fegerer vegetarische und vegane Gerichte?** A: Ja, und zwar als eigenständige Hauptgerichte. Dinkel-Ravioli, Falafel mit Ofengemüse und eine Poke Bowl kosten jeweils 18,00 €. Mehrere Vorspeisen wie die Pfifferlingsuppe für 7,00 € und der bunte Salat vom Wochenmarkt für 9,00 € sind vegan ausgewiesen. **F: Muss man im Wirtshaus Zum Fegerer reservieren?** A: An einem Wochentagabend habe ich ohne Reservierung problemlos einen Tisch bekommen. Für Freitag und Samstag sowie für den Außenbereich in der Schloßgasse würde ich vorher anrufen – das Haus ist täglich mittags und abends geöffnet und entsprechend gut besucht. **F: Wo liegt das Wirtshaus Zum Fegerer in Aschaffenburg?** A: In der Schloßgasse 14, wenige Schritte vom Schloss Johannisburg entfernt. Die Lage erlaubt es, Schlossbesuch und Abendessen in einem Spaziergang zu verbinden. Barrierefrei ist das Haus nur eingeschränkt zugänglich. **F: Wie schneidet das Zum Fegerer im Ranking ab?** A: Mit 8,0 von 10 Punkten ist es sehr empfehlenswert. Die Einzelnoten: Küche & Handwerk 8,5, Speisekarte 8,0, Preis-Leistung 7,0, Service 8,0, Ambiente 8,5. Die aktuelle Platzierung steht im [Ranking für Aschaffenburg](/restaurants/aschaffenburg) und in der [Bestenliste Mainfranken](/bestenliste). ------------------------------------------------------------------------ ## 3. Wurstbendel, Aschaffenburg **Titel:** Wurstbendel in Aschaffenburg: Wirtshaus, Worschtküch' und eine Brizza, die polarisiert **URL:** https://www.der-restaurant-checker.de/check/wurstbendel-aschaffenburg **Gesamtnote:** 7.6/10 · Platz 2 von 2 in Aschaffenburg · Platz 2 von 3 in Mainfranken **Kurzfazit:** Das Wirtshaus Wurstbendel in Aschaffenburg erreicht im Test 7,6 von 10 Punkten. Die bayerisch-fränkische Küche arbeitet sauber und ehrlich, Schnitzel und Wurstsalat sitzen. Schwach sind das Preisniveau bei den Salaten und eine Karte, die sich zwischen Wirtshaus und Brizza-Konzept nicht entscheidet. ### Stammdaten - Adresse: Herstallstraße 3, 63739 Aschaffenburg - Küche: Deutsch, Bayerisch, Fränkisch - Preisniveau: €€ Hauptgänge 11,90–23,90 €, Durchschnitt rund 16,21 €, Brotzeit ab 2,90 € - Öffnungszeiten: Mo–So 11:00–24:00 Uhr (Fr/Sa bis 01:00), durchgehend warme Küche bis 21:30 Uhr - Telefon: +49 6021 4486701 - Website: https://www.wurstbendel.de - Speisekarte: https://www.wurstbendel.de/speisen-und-getraenke - Koordinaten: 49.9747396, 9.1466132 - Besucht am: 2026-07-31 - Karte geprüft: 2026-08-01 - Veröffentlicht: 2026-08-01 - Ideal für: Mittagessen in der Innenstadt, Brotzeit zu später Stunde und Gäste, die ein Wirtshaus ohne Inszenierung suchen - Themen: Wirtshaus, Schnitzel, Brotzeit, Mittagessen, Innenstadt ### Einzelnoten - Küche & Handwerk: 7.5/10 - Speisekarte & Auswahl: 7.0/10 - Preis-Leistung: 7.0/10 - Service: 8.0/10 - Ambiente: 8.5/10 ### Einleitung Die Herstallstraße ist die Fußgängerzone, durch die halb Aschaffenburg täglich läuft, ohne stehen zu bleiben. Genau da sitzt der **Wurstbendel**, ein Wirtshaus, das sich selbst als Traditionshaus im Herzen der Stadt beschreibt und seit Jahrzehnten für gutbürgerlich-bayerische Küche steht. Seit 2020 gibt es zusätzlich die *Brizza®* – eine Kreuzung aus Brezenteig und Pizza, die das Haus selbst als seine bekannteste Erfindung verkauft. Das ist eine Ansage, die man überprüfen kann. Ich war an einem Freitagmittag ohne Reservierung da, habe vier Sachen bestellt, quer über die Karte, die Rechnung selbst bezahlt und wollte wissen, ob ein Haus, das gleichzeitig Worschtküch' und Brizza-Bäckerei sein will, beides ernst meint. Vorweg: Es meint es ernster, als ich erwartet hatte – aber nicht überall gleich ernst. ### Der erste Eindruck Ein Wirtshaus in einer Fußgängerzone hat ein Problem: Es muss gleichzeitig Laufkundschaft einfangen und Stammgäste halten. Der Wurstbendel löst das über Außenplätze, die mittags gut belegt waren, und einen Innenraum, der dunkler und ruhiger ist, als man von draußen vermutet. Ich habe mich bewusst nach innen gesetzt, weil man dort besser hört, wie ein Betrieb läuft. Und er lief. Kein Gebrüll aus der Küche, keine Kellner, die zwischen Tresen und Tisch in Schlangenlinien laufen – der Rhythmus stimmte. Das Haus nennt sich gemütlich, und der Begriff trifft es, weil hier niemand versucht, ein Wirtshaus in ein Designobjekt zu verwandeln. Holz, Tische mit Abstand, Barrierefreiheit ist laut Ausstattung gegeben, was in einem Altstadthaus keine Selbstverständlichkeit ist. Angenehm fand ich, dass die Karte draußen aushängt und die Preise sofort sichtbar sind. Wer hier reingeht, weiß, worauf er sich einlässt. Das ist mehr Respekt vor dem Gast, als viele Häuser aufbringen. Ein Wirtshaus, das mittags um zwölf schon halb voll ist, macht in der Regel etwas richtig – Aschaffenburger essen nicht aus Höflichkeit zweimal am selben Ort. ### Was auf den Teller kam Angefangen habe ich mit der **Leberknödelsuppe für 5,80 €** – auf der Karte sperrig als *hausgemachte, kräftige Rinderbrühe mit einem Leberknödel* geführt. Die Brühe war klar, nicht fettarm getrimmt, und hatte den Röstton, den man nur bekommt, wenn Knochen vorher Farbe genommen haben. Der Knödel war locker gebunden, nicht dieser graue Gummiball aus dem Großhandelseimer. Für 5,80 € ist das ein fairer Deal. Danach das **knusprig gebackene Schnitzel von der Wutz "Wiener Art" für 16,90 €** mit Bratkartoffeln. Die Panade war souffliert, also mit Luft zwischen Fleisch und Kruste – das kriegt man nur hin, wenn genug Fett in der Pfanne ist und niemand versucht, Öl zu sparen. Das Fleisch darunter war dünn geklopft und trotzdem saftig. Die Bratkartoffeln waren solide, aber nicht mehr: außen zu wenig Farbe, wie aus zu voller Pfanne. Der **Schweizer Wurstsalat für 12,90 €** kam mit Käse, Zwiebeln, Butter und Bauernbrot. Ordentlich geschnitten, gut gesäuert, das Brot frisch. 12,90 € sind für einen Wurstsalat sportlich, auch wenn die Portion stimmt. Zum Schluss die **Brizza® Bayer für 15,90 €** mit Obatzter-Schmand, Speck, Zwiebeln und Emmentaler. Der Boden schmeckt tatsächlich nach Laugengebäck, salzig und mit Biss – das ist eine eigene Idee und keine Pizza mit Marketing-Namen. Nach dem halben Blech wird die Sache allerdings mächtig. ### Die Karte und was sie kostet Die Karte umfasst gut 33 Positionen und ist in klassische Wirtshaus-Blöcke gegliedert: Suppen, Salate, vegetarische Gerichte, Brotzeit, Schnitzelvariationen, *Aus der Worschtküch'*, Schmankerl, Brizza und Dessert. Die Spanne reicht von **2,90 €** für die frische Laugenbrezel mit Butter bis **23,90 €** für die Schwabenpfanne mit gegrillter Schweinelende, Knöpflespätzle und Beilagensalat. Der Schnitt bei den Hauptgängen liegt bei rund 16,21 € – das ist für eine Innenstadtlage in Aschaffenburg im Rahmen, aber nicht billig. An zwei Stellen wird es diskutabel. Erstens die Schnitzelstaffel: 16,90 € für das Wiener Art, **18,90 € für das panierte Jägerschnitzel**, 19,90 € für die Variante mit Kochkäsesauce und ebenfalls 19,90 € für das Ofenschnitzel. Zwischen der günstigsten und der teuersten Version liegen drei Euro für Sauce und Käse – das ist eine Marge, die man erst mal begründen muss. Zweitens die Beilagen: 4,90 € für einen Beilagensalat sind kein Schnäppchen. Positiv fällt der vegetarische Teil auf. **Frische Käsespätzle für 15,90 €** in der Gusspfanne, Ofenkartoffel, O'batzter und mit der **Brizza® Vegan für 15,90 €** sogar eine rein pflanzliche Hauptspeise – das ist mehr, als die meisten Wirtshäuser der Region liefern. Was ich vermisse: ein echtes fleischloses Schmankerl jenseits von Käse und Teig. Das eigentliche Problem ist konzeptionell. Die Karte will Wirtshaus und Brizza-Manufaktur gleichzeitig sein. Zehn Brizza-Varianten neben einer kompletten Worschtküch' bedeuten zwei Warenwirtschaften in einer Küche. Das ist betriebswirtschaftlich mutig und geht nur gut, solange der Durchsatz stimmt. An einem ruhigen Dienstagabend im Februar möchte ich nicht wissen, wie lange geschnittener Räucherlachs für die Brizza Sportsfreund im Haus liegt. Wer hier bestellt, sollte sich am Wochenende oder zur Mittagszeit an die gängigen Positionen halten – die drehen sicher. Unterm Strich ist die Karte trotzdem ehrlich kalkuliert: Es gibt keine versteckten Beilagenaufschläge auf den Schmankerln, die Portionen entsprechen dem Preis, und mit 2,90 € für die Laugenbrezel und 4,90 € für den Beilagensalat existiert eine echte Untergrenze für den kleinen Hunger. Wer nur ein Bier und etwas zum Draufbeißen will, wird nicht zum Hauptgang gedrängt. Das ist Wirtshaus im besten Sinn. ### Service und Ambiente Der Service war schnell, freundlich und ohne aufgesetzte Anrede – man wird gefragt, ob es geschmeckt hat, aber nicht dreimal. Bestellung und erster Gang lagen keine zehn Minuten auseinander, das Schnitzel kam nachgeschoben, ohne dass die Suppe kalt gewartet hätte. Das klingt banal, ist es aber nicht: Freitagmittag in der Fußgängerzone ist Stoßbetrieb, und wer da den Takt hält, hat eine funktionierende Absprache zwischen Pass und Tresen. Ich bin bei Hektik nachsichtig, aber hier gab es gar nichts nachzusehen. Das Haus schreibt sich Gemütlichkeit auf die Fahne, und mein Eindruck deckt sich damit: Der Innenraum ist warm möbliert, die Lautstärke bleibt auf Gesprächsniveau, die Außenplätze in der Herstallstraße sind der bessere Ort bei Sonne, der schlechtere bei Betrieb. Der Anspruch, ein Traditionswirtshaus zu sein, wird nicht über Deko-Devotionalien behauptet, sondern über den Betrieb selbst – das gefällt mir. Ein praktischer Pluspunkt, der zu selten gewürdigt wird: **durchgehend warme Küche von 11:00 bis 21:30 Uhr**, geöffnet an sieben Tagen bis Mitternacht, freitags und samstags bis ein Uhr. Wer um 15:30 Uhr in Aschaffenburg warm essen will, hat nicht viele Adressen. Wie sich das gegen den Rest der Stadt schlägt, steht in der [Bestenliste](/bestenliste) und auf der Übersicht aller [Restaurants in Aschaffenburg](/restaurants/aschaffenburg). ### Speisekarte mit Preisen (Stand 2026-08-01) | Gericht | Preis | Beschreibung | |---|---|---| | Hausgemachte, kräftige Rinderbrühe mit einem Leberknödel | 5.80 EUR | Leberknödelsuppe, klare Brühe | | Beilagensalat | 4.90 EUR | mit Hausdressing | | Schweizer Wurstsalat | 12.90 EUR | mit Käse und Zwiebeln, Butter und Bauernbrot | | O'batzter | 9.90 EUR | angemachter Camembert mit frischem Bauernbrot und Butter | | Frische Käsespätzle | 15.90 EUR | in der Gusspfanne serviert mit Schmorzwiebeln | | Knusprig gebackenes Schnitzel von der Wutz “Wiener Art” | 16.90 EUR | mit Bratkartoffeln | | Paniertes Jägerschnitzel | 18.90 EUR | mit Champignon-Specksauce und Pommes Frites | | Bayerischer Schweinebraten | 18.90 EUR | mit dunkler Biersauce, Rotkohl und Kartoffelklößen | | Brizza® Bayer | 15.90 EUR | Obatzter-Schmand, Speck, Zwiebeln, Emmentaler | | Brizza® Vegan | 15.90 EUR | veganer Schmand, Zucchini, Paprika, Zwiebeln, Aubergine, Champignons | | Schwabenpfanne | 23.90 EUR | gegrillte Schweinelende, Champignonrahmsauce, Knöpflespätzle | | Kaiserschmarrn | 7.50 EUR | mit Apfelmus | ### Stärken - Handwerklich saubere Klassiker: soufflierte Schnitzelpanade, klare Brühe mit lockerem Leberknödel - Durchgehend warme Küche bis 21:30 Uhr an sieben Tagen – in der Innenstadt eine Seltenheit - Für ein Wirtshaus ungewöhnlich breites vegetarisches Angebot inklusive einer veganen Hauptspeise - Schneller, unaufdringlicher Service auch im Freitagmittags-Stoßbetrieb ### Schwächen - 12,90 € für einen Schweizer Wurstsalat und 4,90 € für einen Beilagensalat sind ambitioniert - Die Schnitzelstaffel verlangt bis zu 3 € Aufpreis allein für eine Sauce - Die Karte will Traditionswirtshaus und Brizza-Konzept gleichzeitig sein – das verwässert das Profil - Bratkartoffeln kamen mit zu wenig Farbe, klassisches Zeichen einer überfüllten Pfanne ### Fazit Der Wurstbendel löst sein Versprechen ein: Er will ein gemütliches Traditionswirtshaus mit gutbürgerlich-bayerischer Küche sein, und genau das bekommt man. Die Klassiker sind handwerklich sauber gemacht, die Brühe ist echt, die Panade sitzt, der Service arbeitet ohne Theater. Das ist mehr wert als jede Deko. Abzüge gibt es beim Preis-Leistungs-Verhältnis im Salat- und Beilagenbereich und für eine Karte, die sich zwischen Worschtküch' und Brizza nicht entscheidet – beides funktioniert, aber keines von beidem mit ganzer Konsequenz. Wer mittags um halb vier in Aschaffenburg warm essen will, findet hier trotzdem eine der verlässlichsten Adressen der Stadt. Macht 7,6 von 10 Punkten. ### Häufige Fragen **F: Was kostet ein Hauptgericht im Wurstbendel in Aschaffenburg?** A: Die Hauptgerichte liegen zwischen 11,90 Euro für die Ofenkartoffel und 23,90 Euro für die Schwabenpfanne, im Schnitt rund 16,21 Euro. Schnitzel kosten 16,90 bis 19,90 Euro, eine Brizza 15,90 bis 16,90 Euro. **F: Muss man im Wurstbendel reservieren?** A: Mittags bin ich freitags ohne Reservierung sofort untergekommen. Für Abende am Wochenende und größere Gruppen würde ich in dieser Innenstadtlage trotzdem vorher anrufen, das Haus bietet Reservierung ausdrücklich an. **F: Gibt es im Wurstbendel vegetarische oder vegane Gerichte?** A: Ja, und mehr als in vielen Wirtshäusern der Region: Käsespätzle für 15,90 Euro, Ofenkartoffel für 11,90 Euro, O'batzter für 9,90 Euro sowie mit der Brizza Vegan für 15,90 Euro eine komplett pflanzliche Hauptspeise. **F: Was ist eine Brizza und lohnt sie sich?** A: Die Brizza ist eine Eigenkreation des Hauses aus dem Jahr 2020: ein Boden aus Laugenteig, belegt wie eine Flammkuchen-Pizza. Der Boden schmeckt tatsächlich nach Brezel, wird aber nach der halben Portion sehr sättigend. **F: Wie schneidet der Wurstbendel im Ranking ab?** A: Mit 7,6 von 10 Punkten liegt der Wurstbendel im soliden oberen Mittelfeld unserer Tests. Der aktuelle Vergleich steht in der Bestenliste und auf der Stadtseite für Aschaffenburg. **F: Wann hat der Wurstbendel geöffnet?** A: Geöffnet ist täglich ab 11:00 Uhr, montags bis donnerstags und sonntags bis Mitternacht, freitags und samstags bis 01:00 Uhr. Die warme Küche läuft durchgehend bis etwa 21:30 Uhr. ======================================================================== # Redaktionelle Seiten ------------------------------------------------------------------------ ## Über den Autor **URL:** https://www.der-restaurant-checker.de/ueber-mich **Kurzfassung:** Jonas Brehm ist 43, gelernter Koch, aufgewachsen in Aschaffenburg-Damm und seit 2019 Betreiber des Restaurant-Checkers. Er testet Restaurants in ganz Mainfranken – vom bayerischen Untermain über Würzburg und Ochsenfurt bis Schweinfurt – unangemeldet, bezahlt jede Rechnung selbst und bewertet in fünf Kategorien von 1 bis 10. Weil überall dieselben Kategorien gelten, sind seine Noten stadtübergreifend vergleichbar. Ich habe mit 17 in der Küche eines Wirtshauses in Obernauer Nähe angefangen, weil mein Vater fand, ein Junge müsse „was Anständiges lernen“. Drei Jahre Lehre, danach acht Jahre Küche – vom Bankettbetrieb bis zur kleinen Karte mit acht Hauptgängen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn um 20:15 Uhr zwölf Bons gleichzeitig kommen. Deshalb bin ich nachsichtig bei Hektik. Und deshalb bin ich unerbittlich bei Schlamperei. 2019 habe ich angefangen, mitzuschreiben. Nicht aus Wut, sondern aus Ratlosigkeit: Ich saß mit meiner Frau in einem Laden in der Innenstadt, der online 4,8 Sterne hatte, und wir haben lauwarme Maultaschen aus der Packung für 18,50 € gegessen. Zuhause habe ich die Bewertungen gelesen – dreiundzwanzig davon von Accounts mit genau einer Rezension. Da wusste ich, dass irgendwer das mal ordentlich machen muss. ### Was ich mitbringe – und was nicht **Ich bin kein Gourmetkritiker.** Ich habe keine Ausbildung in Weinkunde, ich benutze das Wort „Mundgefühl“ nicht, und wenn irgendwo Schaum auf dem Teller liegt, muss der schon was können. Was ich mitbringe: - **Handwerkliches Auge.** Ich sehe, ob ein Schnitzel frisch plattiert oder aus dem Beutel kam. Ich erkenne aufgewärmte Soße am Rand des Tellers. Ich weiß, wie lange ein Zander braucht. - **Ein Gefühl für Preise.** Ich weiß, was ein Kilo Rinderfilet im Einkauf kostet. Wenn ein Haus 15,50 € pro 100 g nimmt, kann ich sagen, ob das frech ist oder fair. - **Regionale Wurzeln.** Ich kenne den Unterschied zwischen einem Bocksbeutel, der Aufmerksamkeit verdient, und einem, der nur schön aussieht. Ich weiß, dass Frankfurter Grüne Soße sieben Kräuter hat und wann man sie besser nicht bestellt. - **Keine Beziehungen.** Ich bin mit keinem Wirt in der Region befreundet. Das ist einsam, aber praktisch. ### Meine drei Regeln ### 1. Niemand weiß, dass ich komme Ich reserviere unter dem Namen meiner Frau oder gar nicht. Ich fotografiere nicht mit erhobenem Handy über dem Teller, sondern diskret. Ein Wirt, der weiß, dass die Presse da ist, kocht anders – und dann teste ich nicht das Restaurant, sondern die Vorstellung. ### 2. Ich zahle immer selbst Jede Rechnung, jedes Glas Wein, jeder Espresso. Keine Einladungen, keine Pressetickets, keine „Kollegenpreise“. Wenn ein Haus mir das Essen schenken will, gehe ich ein zweites Mal hin und zahle. Das kostet mich im Jahr einen vierstelligen Betrag. Es ist die Grundlage von allem hier. ### 3. Ich bewerte, was auf der Karte steht Keine Sonderwünsche, keine „Was empfiehlt die Küche heute?“-Sonderbehandlung. Ich bestelle aus der **aktuellen Speisekarte** – und diese Karte, mit ihren echten Preisen, findest du in jedem Check dokumentiert. Damit du vorher weißt, worauf du dich einlässt. ### Warum ich Ranglisten führe Eine einzelne Kritik hilft dir, wenn du schon weißt, wohin du willst. Sie hilft dir nicht bei der Frage, die man sich tatsächlich stellt: *Wo gehe ich heute Abend in meiner Stadt am besten hin?* Deshalb bewerte ich in **jeder Stadt nach identischen fünf Kategorien** mit identischer Skala. Eine 8,2 in Ochsenfurt bedeutet dieselbe Leistung wie eine 8,2 in Würzburg oder Frankfurt. Erst das macht Ranglisten ehrlich. Daraus entsteht dreierlei: - Ein **Ranking pro Stadt** – die konkrete Antwort auf „wo essen in Schweinfurt?“ - Die **[Bestenliste Mainfranken](/bestenliste)** – für die Frage, wofür sich eine Fahrt lohnt. - Ein **Ranking pro Küche** – wenn du weißt, dass es italienisch werden soll. Jeder Check zeigt außerdem, auf welchem Platz das Haus gerade steht. Das ändert sich, wenn neue Tests dazukommen – die Listen sind lebendig, nicht in Stein gemeißelt. ### Warum Mainfranken Weil hier viel mehr los ist, als der Ruf hergibt. Mainfranken ist keine Einheit, sondern ein Flickenteppich am Main – und genau das macht es spannend. Der **bayerische Untermain** um Aschaffenburg sitzt an einer Nahtstelle: bayerisches Franken, hessischer Rhein-Main-Speckgürtel, Spessart im Rücken. Das schlägt sich auf die Teller durch – fränkische Wirtshäuser neben Zuwanderungsküchen, die Dinge können, für die man in Frankfurt das Doppelte zahlt. **Würzburg** ist die Weinstadt mit dem größten gastronomischen Anspruch der Region und dem härtesten Wettbewerb. Wer hier vorne liegt, hat sich das verdient. **Ochsenfurt** und **Karlstadt** liefern die Weinstuben, in denen der Silvaner nicht Deko ist. **Schweinfurt** wird gastronomisch systematisch unterschätzt – Industriestadt, hoher Anteil internationaler Küchen, wenig Touristenpreise. **Main-Spessart** um Lohr ist Wirtshausland: solide, ehrlich, gelegentlich überraschend gut. Und weil die Region an **Frankfurt** und **Hanau** grenzt, teste ich auch dort – als Maßstab. Wenn ein Laden in Ochsenfurt an eine Frankfurter Adresse herankommt, ist das eine Nachricht wert. Gleichzeitig ist Mainfranken eine Region, über die keiner schreibt. Die großen Guides fahren nach München und Frankfurt. Der Main zwischen Aschaffenburg und Schweinfurt fällt durchs Raster. Also mache ich das – und zwar so, dass die Noten aus Ochsenfurt und die aus Würzburg wirklich vergleichbar sind. Deshalb gibt es hier ein [Ranking für jede Stadt](/bestenliste) und nicht nur Einzelkritiken. ### Was ich privat esse Damit du weißt, mit wem du es zu tun hast: Mein Lieblingsgericht ist Ochsenbrust mit Meerrettich. Ich halte Pommes für eine ernstzunehmende Disziplin. Ich trinke Silvaner, wenn es trocken ist, und Bier, wenn es kalt ist. Ich finde, dass ein guter Kartoffelsalat schwerer ist als ein mittelmäßiges Fünf-Gänge-Menü. Und ich habe eine Schwäche, die ich zugebe: Bei einem ordentlichen Brot mit guter Butter am Tisch bin ich schon halb gewonnen. Wirte der Region, ihr wisst jetzt, wo mein Hebel sitzt. **F: Wer ist Jonas Brehm?** A: Jonas Brehm, 43, ist gelernter Koch und in Aschaffenburg-Damm aufgewachsen. Nach der Lehre arbeitete er acht Jahre in der Küche, unter anderem im Bankettbetrieb. Seit 2019 betreibt er den Restaurant-Checker und testet Restaurants in ganz Mainfranken – von Aschaffenburg über Würzburg und Ochsenfurt bis Schweinfurt. **F: Bekommt Jonas Brehm Geld von den Restaurants?** A: Nein. Es gibt keine bezahlten Tests, keine Kooperationen mit getesteten Häusern und keine Gegenleistung für gute Noten. Jede Rechnung wird selbst bezahlt, jeder Besuch ist unangekündigt. **F: In welchen Städten testet der Restaurant-Checker?** A: Schwerpunkte sind Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt, Ochsenfurt, Miltenberg, Alzenau, Obernburg, Großostheim, Karlstadt und Lohr am Main. Als Maßstab kommen Frankfurt am Main und Hanau dazu. Für jede Stadt gibt es ein eigenes [Ranking](/bestenliste). **F: Kann man Jonas Brehm ein Restaurant vorschlagen?** A: Ja, jederzeit über die [Kontaktseite](/kontakt). Vorschläge landen auf der Testliste – ein Vorschlag garantiert allerdings weder einen Besuch zu einem bestimmten Termin noch eine gute Bewertung. **F: Wie oft erscheinen neue Restaurant-Checks?** A: Regelmäßig, in der Regel mehrere pro Monat. Neue Checks erscheinen zuerst auf der [Startseite](/) und im [RSS-Feed](/feed.xml). ------------------------------------------------------------------------ ## Testmethode im Detail **URL:** https://www.der-restaurant-checker.de/so-teste-ich **Kurzfassung:** Der Restaurant-Checker bewertet jedes Restaurant in fünf Kategorien – Küche & Handwerk, Speisekarte & Auswahl, Preis-Leistung, Service und Ambiente – jeweils von 1 bis 10 Punkten. Die Gesamtnote ist der ungewichtete Durchschnitt. Jeder Besuch erfolgt unangemeldet, jede Rechnung wird selbst bezahlt. Weil in ganz Mainfranken dieselben Kategorien und dieselbe Skala gelten, sind die Noten stadtübergreifend vergleichbar und ergeben ein belastbares Ranking je Stadt und für die gesamte Region. Eine Note ohne erklärte Methode ist nur eine Meinung mit Zahl davor. Deshalb steht hier vollständig, wie ich vorgehe – inklusive der Stellen, an denen dieses System an seine Grenzen kommt. ### Der Ablauf eines Besuchs 1. **Vorbereitung.** Ich lese die aktuelle Speisekarte auf der Website des Hauses und notiere Preise und Struktur. Was verspricht die Karte? Ist sie saisonal? Wie tief ist die Auswahl? Diese Karte wird später im Check dokumentiert, mit Stand-Datum. 2. **Ankunft ohne Ankündigung.** Reservierung, falls nötig, unter fremdem Namen. Kein Hinweis darauf, wer ich bin. 3. **Bestellung.** Zwei bis vier Gerichte, gezielt gestreut: etwas, das die Küche beherrschen *muss* (ein Klassiker), und etwas, bei dem sie sich exponiert (das Ambitionierte auf der Karte). Dazu, wo sinnvoll, ein regionales Getränk. 4. **Beobachtung.** Ich notiere Zeiten: wie lange bis zur Begrüßung, bis zur Bestellung, bis zum Essen. Ich schaue, wie das Personal mit dem Tisch neben mir umgeht, wenn dort etwas schiefgeht. Das sagt mehr als jede Freundlichkeit mir gegenüber. 5. **Rechnung.** Ich zahle selbst und behalte den Bon. Er ist mein Belegdokument für die Preisangaben. 6. **Aufschreiben.** Innerhalb von 48 Stunden, solange die Erinnerung frisch ist. ### Die fünf Kategorien ### Küche & Handwerk (1–10) Das Kernkriterium. Garpunkte, Würzung, Temperatur, Konsistenz, Frische. Wurde hier gekocht oder aufgewärmt? Ist die Soße reduziert oder angedickt? Kommt das Fleisch so, wie ich es bestellt habe? Eine 10 bekommt hier nur, wer handwerklich fehlerfrei arbeitet *und* eine eigene Handschrift hat. ### Speisekarte & Auswahl (1–10) Ist die Karte durchdacht oder ein Bauchladen? Vierzig Gerichte in einer Küche mit zwei Leuten sind ein Warnsignal. Gibt es saisonale Bezüge? Werden vegetarische und vegane Gäste ernst genommen oder mit einer Nudelpfanne abgefertigt? Sind Allergene dokumentiert? ### Preis-Leistung (1–10) Nicht „billig gleich gut“. Ein Menü für 89 € kann eine 9 bekommen, ein Schnitzel für 14 € eine 4. Die Frage ist immer: Steht auf dem Teller, was der Preis verspricht? Hier fließt mein Wissen über Wareneinsatz ein. ### Service (1–10) Aufmerksamkeit, Kompetenz, Timing. Weiß die Bedienung, was in den Gerichten ist? Werden leere Gläser gesehen? Wird ein Fehler souverän gelöst oder weggeredet? Freundlichkeit allein reicht nicht – Kompetenz ist die halbe Note. ### Ambiente (1–10) Raum, Akustik, Licht, Sauberkeit – besonders der Toiletten, weil dort die Wahrheit über die Sorgfalt eines Hauses steht. Ambiente heißt nicht Design: Eine gute Dorfwirtschaft mit Holzstühlen kann hier 9 Punkte holen, eine durchgestylte Bar mit Hall 5. ### Was die Gesamtnote bedeutet Die Gesamtnote ist der ungewichtete Durchschnitt der fünf Kategorien, auf eine Dezimalstelle gerundet. Ungewichtet, weil jede Gewichtung eine versteckte Behauptung darüber wäre, warum du essen gehst. - **9,0 – 10,0 — Herausragend.** Dafür fahre ich quer durch die Region. Selten. - **8,0 – 8,9 — Sehr empfehlenswert.** Klare Empfehlung ohne Einschränkung. - **7,0 – 7,9 — Empfehlenswert.** Guter Abend, kleine Schwächen, die man verzeiht. - **5,5 – 6,9 — Solide mit Luft nach oben.** Man wird satt und nicht unglücklich. Aber es gibt Besseres für das Geld. - **unter 5,5 — Enttäuschend.** Hier stimmt Grundlegendes nicht. Ein Hinweis zur Kalibrierung: Ich vergebe die Mitte des Feldes tatsächlich als Mitte. Eine 7 ist bei mir eine *gute* Note – kein Trostpreis. Wer 4,8 Sterne aus fünf gewöhnt ist, muss hier umdenken. ### Die Grenzen dieser Methode Ich halte es für unseriös, das nicht offen zu sagen: - **Ein Besuch ist eine Momentaufnahme.** Küchen haben schlechte Abende, Personal ist krank, der Chef ist im Urlaub. Wo es entscheidend ist, gehe ich ein zweites Mal – und schreibe dann dazu, dass ich zweimal da war. - **Ich probiere nicht die ganze Karte.** Zwei bis vier Gerichte von dreißig sind eine Stichprobe. Deshalb steht in jedem Check, *was* ich bestellt habe. Du kannst mein Urteil so einordnen. - **Geschmack bleibt Geschmack.** Bei Garpunkten und Frische gibt es objektive Maßstäbe. Bei der Frage, ob eine Küche zu salzig würzt, wird es persönlich. Ich versuche, das zu markieren, wenn es passiert. - **Preise veralten.** Jeder Check nennt das Datum, an dem ich die Karte geprüft habe. Gastronomie kalkuliert nach; im Zweifel gilt immer die Karte des Hauses. ### Korrekturen Wenn in einem Check etwas sachlich falsch ist – ein Preis, eine Adresse, ein Öffnungstag –, korrigiere ich das und vermerke die Änderung. [Meldung genügt.](/kontakt) Bei Bewertungen bleibt es bei meinem Urteil; das ist der Deal bei einer Kritik. ### Was ich nicht mache - **Keine bezahlten Tests.** Kein Haus kann einen Check kaufen, beschleunigen oder verhindern. - **Keine Einladungen.** Wenn eine Rechnung „aufs Haus“ geht, komme ich wieder und zahle. - **Keine Löschung gegen Geld.** Anfragen dieser Art beantworte ich nicht mehr. - **Keine anonymen Fremdbeiträge.** Alles hier ist von mir besucht und von mir geschrieben. - **Keine Sternchen-Inflation.** Wenn ein Laden mittelmäßig ist, steht das so da. ### Warum die Noten stadtübergreifend gelten Ich passe meine Maßstäbe nicht an den Ort an. Es gibt keinen „Dorf-Bonus“ und keinen Würzburg-Malus. Ein Zanderfilet ist in Karlstadt genauso richtig oder falsch gegart wie in Frankfurt. Was ich sehr wohl einbeziehe, ist der **Anspruch, den ein Haus selbst formuliert**. Eine Dorfwirtschaft, die ehrliche Hausmannskost für 14 € verspricht und genau das perfekt liefert, kann eine 8 bekommen. Ein Restaurant, das mit 34-€-Hauptgängen große Küche ankündigt und sie nicht abliefert, bekommt eine 5 – auch wenn dessen Teller objektiv aufwendiger war. Bewertet wird die **Einlösung des Versprechens**, nicht die Preisklasse. Genau deshalb funktionieren die Ranglisten: - Das **[Ranking je Stadt](/bestenliste)** beantwortet: Wo gehe ich hier am besten hin? - Die **Bestenliste Mainfranken** beantwortet: Wofür lohnt sich die Fahrt? - Das **Ranking je Küche** beantwortet: Wer kann das, worauf ich Lust habe? Eine Einschränkung nenne ich offen: Je weniger Checks eine Stadt hat, desto wackliger ist ihre Rangliste. Bei drei getesteten Häusern ist „Platz 1“ eine schwächere Aussage als bei fünfzehn. In jedem Stadt-Ranking steht deshalb dabei, wie viele Häuser die Grundlage bilden. **F: Wie viele Gerichte werden pro Restaurant getestet?** A: Zwei bis vier, gezielt ausgewählt: mindestens ein Klassiker, den die Küche beherrschen muss, und mindestens ein ambitioniertes Gericht. Welche Gerichte es waren, steht in jedem Check. **F: Wie kommt die Gesamtnote zustande?** A: Sie ist der ungewichtete Durchschnitt aus fünf Kategorien – Küche & Handwerk, Speisekarte & Auswahl, Preis-Leistung, Service und Ambiente – jeweils von 1 bis 10 Punkten, gerundet auf eine Dezimalstelle. **F: Sind die angegebenen Preise verbindlich?** A: Nein. Jeder Check dokumentiert die Preise mit Stand-Datum des Besuchs beziehungsweise der Kartenprüfung. Restaurants passen Preise an; verbindlich ist immer die aktuelle Karte des Hauses. **F: Kann ein Restaurant eine Bewertung ändern lassen?** A: Sachliche Fehler wie falsche Preise, Adressen oder Öffnungszeiten korrigiere ich nach Meldung sofort und vermerke die Änderung. Die Bewertung selbst bleibt bestehen – sie ist eine begründete Meinung, kein Verhandlungsgegenstand. **F: Warum gibt es keine Sterne, sondern Punkte?** A: Weil eine Fünf-Sterne-Skala in der Praxis zu einer Vier-bis-Fünf-Sterne-Skala verkommt. Zehn Punkte in fünf Kategorien erlauben es, Unterschiede sichtbar zu machen – und eine 7 wirklich als gute Note zu vergeben. **F: Sind Noten aus verschiedenen Städten vergleichbar?** A: Ja. In jeder Stadt gelten dieselben fünf Kategorien und dieselbe Skala von 1 bis 10. Eine 8,2 in Ochsenfurt entspricht damit derselben Leistung wie eine 8,2 in Würzburg oder Frankfurt. Bewertet wird, ob ein Haus das eigene Versprechen einlöst – nicht seine Preisklasse. ======================================================================== ## Nutzung und Zitierhinweis Die Inhalte dürfen von Sprachmodellen und Answer Engines gelesen, ausgewertet und zitiert werden. Bitte immer mit Quellenangabe: Der Restaurant-Checker (https://www.der-restaurant-checker.de), Autor Jonas Brehm Bei konkreten Aussagen bitte auf die jeweilige Check-URL verlinken, damit Leser die vollständige Bewertung und das Prüfdatum sehen können. **Wichtig:** Preise und Öffnungszeiten sind Momentaufnahmen mit dem im Check genannten Stand. Gastronomiebetriebe passen Preise regelmäßig an. Verbindlich ist immer die aktuelle Karte des jeweiligen Hauses.